Boden und Wasser auf unserem Land

Boden und Wasserhaushalt stehen in enger Wechselwirkung und werden hier zusammenhängend beschrieben. Der Boden ist ein natürliches Baustofflager und Ort der Baustoffaufbereitung. Das Wasser ist das überall anwesende Universaltransportmittel - das Blut unserer Erde - und es ist Informationsträger.
 
Die gesamte Reginon von Kaliningrad ist besonders in Niederungen in weiten Bereichen sumpfiges Land. An vielen Orten wurde Torf abgebaut. Zur landwirtschaftlichen Nutzung wurde Ackerland mit Drainagen trocken gelegt. Nach vielen Jahren landwirtschaftlicher Ruhe funktionieren viele der ostpreußischen Maßnahmen im Wasserhaushalt nicht mehr. Das Land versumpft wieder zunehmend. Die Natur kommt damit gut zurecht, für unsere landwirtschaftliche Nutzung und Lebensraumgestaltung ist das feuchte und sumpfige Ambiente schwierig.
 
Unser Siedlungsgebiet liegt zwischen 120m und 160m hoch über dem Meeresspiegel. Der Boden enthält in wenigen Metern Tiefe sehr viel Ton und Lehm - wasserundurchlässige Schichten. Oben drüber liegen Torf- und Humusschichten. Daher ist der Boden an vielen Stellen dicht an der Oberfläche sehr nass. Auch der pH-Wert liegt eher im sauren Bereich. Wasser ist mehr als genug im Boden vorhanden, allerdingst häufig mit sehr geringer Fließbewegung. Daher sind im Wasser viele Aromen und Schwebstoffe enthalten, was sich deutlich am Geruch und Geschmack äußert, was aber nicht unbedingt gesundheitsschädlich ist. Wasser muss an vielen Stellen anders geführt und durch natürliche Vorgänge aufbereitet werden.

Bodenbeschaffenheit

Bei meinen eigenen Untersuchungen zum Wasservorkommen auf unserem Land habe ich an einigen Stellen mit einem Hand-Erdbohrer bis zu 2m tief in die Erde gebohrt. Dabei werden sehr gut die Schichtdicken und die Zusammensetzung des Bodens erkennbar.
 
Diese Vielfalt an Bodenzusammensetzung ist nicht nur im großen Siedlungsgebiet, sondern bereits auf unserem kleinen Stück Land zu finden:
* Sand und Kies, Granit-Findlinge
* leichert Sand-Lehm-Humusboden
* mittelschwerer Lehm-Humusboden, krümelig bis staubig, bester Acherboden, dunkelbraun bis schwarz
* schwerer Lehmboden mit Humusanteil
* reiner Lehm/Ton in verschiedene Farben
* Torf-Humusboden, sauer, sehr nass, im Bereich von Feuchtstellen (Sümpfe, Teichufer, Bachläufe), teilweise meterdicker schwarzer fauliger Schlamm

Oberflächen-Wasser

Im Bereich von Bäumen und Büschen fallen über Jahrzehnte Laub und Äste in Bachläufe und Wasserstellen und verstopfen dieses zunehmend durch Bildung einer meterdicken Schlamm und Humusschicht. Sind Abflussmöglichkeiten nicht mehr gegeben, bleibt das Wasser großflächig stehen, weicht den Boden auf und tritt stellenweise an die Oberfläche. Im Nassen Boden herrscht Sauerstoffmangel, es beginnen Faulungsprozesse, der Boden wird sauer. Mücken lieben dieses Milieu ganz besonders und vermehren sich sehr stark.
 
Wegen der häufig mit sehr geringen Fließbewegung sind im Wasser viele Aromen und Schwebstoffe enthalten, was sich deutlich im Geruch und Geschmack äußert, aber nicht unbedingt gesundheitsschädlich ist. Wasser muss an vielen Stellen anders geführt und durch natürliche Vorgänge aufbereitet werden.
 
Durch das viele Wasser wachsen in der Region verstärk Wassergehölze wie Weide, Esche, Pappel, Birke und Haselnuss. Ist der Wasserstand zu hoch und das Wasser stark faulig, haben auch einige dieser sonst sehr robusten Gehölze Schwierigkeiten mit dem Überleben. Pilze und Moose gewinnen gelegentlich die Oberhand - Äste und ganze Bäume verlieren ihr Tragfähigkeit und brechen ab.

Trinkwasser aus Oberfächenwasser - Bachlauf / Quelle

Trinkwasser holte ich uns die ersten Wochen immer von einer alten Wasserstelle im Kamaritschi in zwei 12L-Kanistern mit Fahrrad und Anhäger. Zu unserem erst Lagerplatz am Kurgan waren das nur 500m. Zu unserem Land sind das mangels direkter Verbindung fast 1,5km Entfernung. Beim gegenwärtigen Zustand der Wege ein Rodeoritt mit Fahrad und Anhänger - zu Fuß bekommt man schnell lange Arme. Wasser gibt es auf unserem Land mehr als genug, ich musste nur an genießbares, sauberes Wasser drankommen.
 
Im Wald oberhalb von unserem Land gibt es eine größeren Waldsee, auch stark versumpft und fast vollständig mit Weidensträuchern bewaschen (Wassertiefe 0,5 - 1m). Das Wasser ist aber sehr klar. Ob dieser See ein Zulauf hat, habe ich noch nicht herausgefunden - die Waldbegehung ist schwierig, da wie im Urwald sehr viel kaum durchdringbares Unterholz wächst.
 
In Richtung unseres Landes wird das Gelände leicht Abschüssig. Eine kleine Wassermenge fließt dicht unter der Bodenoberfläche durch eine dicke Humusschicht und durch Gänge von Mauslöchern. noch im Wald gibt es unterwegs ein paar Meter offene Sumpfstelle, eine Wildschweinsule. Nach ein paar hundert Metern trockener Erde beginnt ein breiter und tiefer Graben, wo das Wasser wie bei einer Quelle aus eine sumpfigen Bereich austritt (erstes Foto in der folgende Reihe), wenige Meter offen fließt und dann in einem weiteren sumpfigen Bereich unter in der Erde und in Muaslöchern versickert (letztes Foto in der folgende Reihe). Diese Art von Wasserfluß wiederholt sich über hunderte von Metern einige Male.
 
Ich entdecke das fließende Wasser unter dem dichten Blattbewuchs überhaupt nur durch sein Geräusch, wenn es in Mauslöcher plätscherte und gluckerte. Wasser mit der hohlen Hand schöpfen und trinken war möglich, allerdings waren immer Erdpartikel und Schwebteilchen dabei. Für einen Kanister voll Wasser ging das nicht auf diese Art. Ein größeres Gefälle für eine Wasserrutsche gab es nicht.

Die erste Idee war daher, einen kleinen Schöpfbrunnen zu graben.
Neben dem kleinen Wasserrinnsal, was in einem Mausloch verschwand, grub ich ein Loch mit etwa 20L Fassungsvermögen in den trocken Boden. Die Wand vom Erdloch bedeckte ich mit einer dicken Schicht Lehm vom Aushub. Dann leitet ich das Wasser vor dem Mausloch um in mein Wasserdepot und den Überlauf zurück ins Mausloch. Somit hatte ich immer eine selbsttätig Nachfüllung, Wasserbewegung und Frischwasser in meinem kleinen Schöpfbrunnen. Schon nach einigen Stunden war das Wasser glasklar. Jeder Schluck vom kühlen Nass floss mit einem Hochgefühl der Erfrischung und Belebung in der Kehle herunter. Das Wasser hatte auch nach Tagen immer noch seine leicht goldgrüne Farbe. Ich nannte es daher gerne Goldwasser.
 
Schon nach einigen Tagen lagerten sich an den Wänden des kleinen Schöpfbunnen und in seinem Wasserzulauf Humusparkitel und Algen ab. Beim Wasserschöpfen wirbelten die Teichen auf machten es trübe. Manchmal hüpfte auch ein Frosch hinein, wenn er mich beim Annähern bemerkte. Dann konnte ich gleich wieder umkehren und eine Stunde später den nächsten Versuch mit Wasserholen starten.
 
Sich ablagernde Schwebeteilchen gibt es bei stärker bewegtem Wasser nicht und so kam mir die Wasserrutsche wieder in den Sinn. Wenn das Wasser über eine längere Strecke offen durch lehmigen, sandigen Boden und über Steine fließt, wird es verwirbelt, belüftet und mit Sonnenlicht beschienen. Das sind wichtige Faktoren, die das Wasser aufwerten und beleben. Mit Granintsteinen konnte ich eine kleine Stufe bauen und eine Wasserrutsche installieren. Die goldgrüne Farbe blieb allerdings erhalten, wie im Messbecher unter der Wasserrutsche (Bild 5) zu sehen ist.
 
Den Aushub von Bachlauf habe ich als kleinen Wall am beiden Uferseite verteilt und mit dem abgemähten Grünzeug abgedeckt (mulchen).Schon nach wenigen Tagen fand ich Spuren von einer WIldschwein-Bache mit ihren Frischlingen, die sich gleich dem kleinen Wasserloch gesult hatten. Ich bin gespannt, was im nächsten Sommer von diesem kleinen Gestaltungseingriff noch besteht.

Trinkwasser aus Oberfächenwasser - Brunnen

Allgemein gab es in diesem Sommer viele Tage Regen. Der Wasserstand vom Oberflächenwasser dürfte demnach relativ hoch gewesen sein, verglichen zum durchschnittlichen Wasserstand in dieser Jahreszeit.

Bohrung 1
Lagebeschreibung
Leichte nördliche Hanglage - falche Rinne - unterhalb eines Waldstückes - Bohrstelle zwischen Weidenbüschen und einem Weidenbaum - Wasserpflanzen zeigen deuten auf hohen Wasserstand hin - der Boden unterm Weidenbaum ist stark durchfeuchtet, schwarz-grau, es richt leicht faulig - viele Mücken
 
Bodenschichtung
30cm Schichtdicke: mittelschwerer, brauner Humus-Lehm-Boden
60cm Schichtdicke: leicherer Lehm-Sand-Boden erst dunklebraun, dann hellbraun
20cm Schichtdicke: hellgrau-blauer Ton
bis 2m Tiefe: schwarzer, fauliger, schlammiger Lehmboden mit schwarzen Holzresten

Wasserstand und Wasserqualität
Schon beim ersten Bohren auf 1m Tiefe sickerte schnell Wasser ins Bohrloch und stieg etwa bis 30cm unter die Bohrlochoberkante. Wie auch der Boden roch das Wasser faulig und hatte eine graue Trübung. Am nächsten Tag war das Wasser fast klar. Ich schöpfte vorsichtig eine Probe heraus, roch daran und probierte eine kleine Menge. Es war fast kein Faulgeruch wahrnehmbar, sondern ein eher lehmiger frischer Geruch. Auch geschmacklich war es fast frei von fauligen Nebenaromen.
Nach der Vertiefung der Bohrung auf 2m und einem weiteren Tag Ruhe änderet sich am Resultat nichts.
Bohrung 2
Lagebeschreibung
Leichte nördliche Hanglage - falcher Hügel mit leichtem Humus-Sand-Boden - unterhalb eines Waldstückes - Bohrstelle neben einer Esche. Dieses Bohrloch lag 50m oberhalb vom ersten - in der selben Wasserlinie. Hier war der Boden allerdings sandig.
 
Bodenschichtung
20cm Schichtdicke: leichter, brauner Humus-Sand-Boden
bis 1m Bohrtiefe: nur Sand, am Grund stark feuchter Sand
bis 1,8m Bohrtiefe: hellbrauner Sand übergehend in Lehm
in 2m Tiefe: Hellgrauer Lehm, lehmiger Geruch, 40cm Wasserstand
 
Wasserstand und Wasserqualität
Nach 20-30 Liter Wasserförderung steigt der Wasserstand schnell wieder auf 40cm.
 
Die sandige Bohrlochwand ist instabil und stürzt im Verlauf des Tage immer weiter ein. Daher konnte sich das Wasser auch ncht klären. Geruchsfrei war dieses Wasser auch nicht, aber doch deutlich weniger intensiv als bei der ersten Bohrstelle. Wegen den Einstürzen habe ich das Bohrloch dann schnell wieder zugeschüttet.
Bohrung 3
Lagebeschreibung
Ich hatte bei Bohrstelle 3 mehr und frischeres Wasser erwartet, denn es lag im Bereich des oberflächlich trockenen Bachlaufs. Die Wasserader hab ich wohl nicht direkt getroffen, aber einige Tage später entdeckte ich etwa 50m unterhalb dieses Bohrlochs einen Wasseraustritt an die Oberfläche, ähnlich wie weiter oben am kleine Schöpfbrunnen.
 
Bodenschichtung
50cm Schichtdicke: schwarz-braunerer Humus-Lehm-Boden,
bis 1,5m Tiefe:übergehend in helbraunen, sandigen Boden
bis 2m Tiefe: hellgrau-blauer Lehm und Kies, lehmiger Geruch
 
Wasserstand und Wasserqualität
Das Bohrloch füllt sich schnell mit etwa 50cm Wasserstand. Nach mehreren Litern Wasserförderung steigt der Wasserstand schnell wieder auf 50cm.
 
Der leicht faulige Geruch kam vermutlich vom Tropfwasser aus der Bohrlochwand im oberen Bereich der Humusschicht, weil sich die Wasserschichten vermischten. Das war aus nach zwei Tagen wenig anders. Das Wasser behielt eine leicht gräuliche Färbung. Auch dieses Bohrloch habe ich wieder zugeschüttet.
Fazit beim Grundwasser aus Brunnen
Wenn man die Brunnenwand wasserundurchlässig aufbaut (Wasserschichtenvermischung verhindern) und im Umkreis von vieleicht 1-2m den Humusboden durch Kies oder groben Sand ersetzt, sollte sich die Wasserqualität deutlich verbessern.